
Den Tag gestern haben wir damit verbracht uns durch die Menschenmengen in den Straßen von Edinburgh zu schlängeln, im richtigen Moment draußen (bei Sonne) und irgendwo drinnen (bei plötzlichem Regenschauer) zu sein und uns Edinburgh ein bisschen anzuschauen. Der heftige Wind, der die Straßenkünstler dazu zwang, ihre Shows abzubrechen, die Stellwände der Portrait-Zeichnerinnen umwehte und Jule im erstbesten Souvenir-Laden ein warmes Stirnband kaufen lässt, verursachte starke Zweifel an unserem Plan heute von Edinburgh nach Glasgow genau gegen eben diesen Westwind zu radeln. Nach längerem Hin und Her und Abwängen verschiedener Optionen, entschieden wir uns, unsere Flexibilität zu nutzen und nahmen heute morgen kurzer Hand den Zug nach Glasgow und radelten von dort aus die ca. 60km bis zur Fähre, die uns jetzt auf die Isle of Arran bringt, wo wir die nächsten drei Tage mit Wandern und Radfahren verbringen wollen.

Der erste Teil der Radtour heute führte fast dazu, dass wir die ganze Tour abbrechen wollten. Der Zustand der Straßen und „Fahrradwege“ in Glasgow war furchbar: riesige Schlaglöcher, schlecht geteerter Asphalt und überall Glasscherben (ist das so üblich, dass man hier einfach seine Glasflasche auf den Boden fallen lässt, wenn man sie leer getrunken hat oder liegt das wirklich nur am fehlenden Pfandsystem?!). Wir kämpften uns also durch den Vorstadt-Dschungel bis wir endlich die „National Cycling Route“ erreichten, die uns dann tatsächlich wieder versöhnlicher stimmte.


Wir bekamen einen Eindruck davon, was uns in den nächsten 3 Wochen noch erwartet: verlassene Straßen, grüne Hügel, Wege, die uns hoch und runter durch die Landschaft führen, jede Menge Lochs und Schafe und Highland-Rinder 😀

Eine Herausforderung ist aber definitiv der Links-Verkehr. Eine der häufigsten Ausrufe: LIIIINKS!!!! Wenn einer von uns mal wieder nach einer Linkskurve auf die rechte Seite driftet oder einfach so vergisst, dass man hier auf der linken Straßenseite fährt 😅
Wir sind jedenfalls gespannt, was uns noch erwartet. Die Schott*innen, denen wir bisher von unseren Plänen erzählt haben, waren jedenfalls alle begeistert und beeindruckt. Nach der ersten Etappe heute fragen wir uns: begründen sich die Reaktionen auf der tollen Landschaft, die uns erwartet oder darauf, dass sich das niemand antut mit dem Rad auf Wegen zu fahren, die sonst niemand fährt?!? (Wir haben heute echt wenig Fahrräder gesehen 😂)
Gesamt-Radkilometer: 492km
Loch-Counter: 2