
…noch ein „schneller“ Bericht zum Rest unserer Reise 😊 Nach einer stickigen Hostel-Nacht – wie schwer ist es eigentlich ein Zimmer normal zu belüften?! – verbrachten wir den Tag noch in Glasgow. Wir hatten von Emma und ihrer Mum einige Empfehlungen bekommen, was wir so tun könnten: Besichtigung der Kathedrale, Besuch der Gallerie für Moderne Kunst oder die Burrel-Kunstsammlung, Botanischer Garten oder Sightseeing in verschiedenen Vierteln…

Die ganzen physikalischen, mathematischen, optischen und andere wissenschaftliche Phänomene begeisterten uns mindestens genauso – vielleicht sogar ein bisschen mehr – als die ganzen Kinder um uns herum 😅

Voll mit neuem und wieder aufgefrischtem Wissen kehrten wir zunächst nur ungern zurück zum Hostel, wo allerdings schon das nächste Highlight des Tages wartete: 30min Rücken-Nacken-Schulter-Massage und anschließendes Entspannen im kleinen, süßen haus-eigenen Spa-Bereich des Hostels (man gönnt sich ja sonst nichts 😇). Später stand dann Highlight Nr.3 auf der Plan:

Wir sind uns mittlerweile einig: das ist einer der coolsten Arten zu Reisen. Insbesondere, weil man sich im Schlafzug immer auch bisschen wie in einer anderen Welt fühlt.

Das gab uns nochmal einen ganzen Tag Zeit, um die englische Hauptstadt zu erkunden, bevor wir uns am nächsten Tag auf die letzte Reiseetappe begaben.☺
Der Plan war simpel: – Gepäck und Räder im Hotel abladen. – mit dem Bus zum Decathlon, wo wir zwei Rad-Reisetaschen hinbestellt hatten (da der Eurostar von London nach Paris keine Radstellplätze hat, müssen Räder auseinandergebaut und verpackt werden). – Frühstücken. – zurück zum Hotel und mit den Rädern London im Schnelldurchlauf erkunden. – gemütlich den Tag ausklingen lassen. Soweit, so gut! – aber wäre dann doch zu einfach gewesen 😂 Zuerst konnten die im Hotel unsere Buchung nicht finden – lag daran, dass wir im Hotel 200m weiter gebucht hatten (war aber die gleiche Kette! 😅). Das Problem konnte zum Glück schnell gelöst werden. Mit den lokalen Doppeldeckerbussen Richtung Decathlon machten wir eine erste kleine Sightseeing-Tour durch den morgendlichen Berufsverkehr (schon ziemlich wild!). Frühstück holten wir über „Too Good to Go“ bei einem Hotel auf dem Weg zum Decathlon: durften uns am Buffett beliebig eine Box füllen: sehr nice! Wir können die Hotelfrühstücks von „Too Good to Go“ auf Städtereisen nach mehrmaligem Testen nur empfehlen 👍 Weiter also zum Decathlon:
erste Bestellnummer: erste Radtasche ✅
zweite Bestellnummer: die gleiche Radtasche? Ja! Nicht auffindbar. Kollegin kommt helfen: vier Augen sehen mehr als zwei, finden aber auch die gesuchte Tasche nicht. Langsam macht sich Panik breit – bei uns und bei denen. Wir brauchen diese dumme Tasche unbedingt, sonst nehmen die unser Rad nicht mit. Andere Mitarbeiter/innen werden zu Rate gezogen. Die Tasche ist natürlich auch nicht im Store oder in irgendeinem anderen Decathlon in ganz London vorrätig. Während wir schon nach Alternativen suchen, suchen diverse Decathlon-Mitarbeiter*innen immer noch nach der verschwunden Tasche. Uns ist zu dem Zeitpunkt aber schon klar: die wird nicht mehr auftauchen. Es gibt nur einen kleinen Lichtblick: in einem einzigen anderen londoner Decathlon gibt es noch eine einzige andere Radtasche (das billigere Modell). Die müssen wir kriegen! Nach weiteren Hin und Her verspricht uns die junge Mitarbeiterin die Tasche für uns zu besorgen (allerdings gehen die dort in dem anderen Laden grade nicht ans Telefon – was für ein Chaos!), sodass wir sie am Abend noch abholen können.
Fertig mit den Nerven machten wir uns erstmal wieder auf den Weg zurück zum Hotel – das Eis vom Megges wirkte leider nur ein bisschen als Stimmungsaufheller. Als wir grade aus der Metro ausstiegen, kam der Anruf der Decathlon-Mitarbeiterin: versucht mal auf einem belebten Bahnhofsvorplatz, bei mäßiger Klangqualität auf Englisch mit jemandem mit latein-amerikanischem Akzent zu sprechen und den Namen eines Stadtteils von London zu verstehen, den ihr noch nie gehört habt – ich kann euch sagen: ist äußerst herausfordernd! Am Ende hatten wir aber die Info, dass wir die Radtasche am komplett anderen Ende von London abholen können.
So viel zu unserer weiteren Tagesplanung. Die mussten wir dann nochmal umschmeisen: nach kurzer Krise, hatte Nico dann aber auch schon einen guten Alternativplan ausgearbeitet: mit der Metro zur Westminster Abby und mit der Fähre über die Themse nach Greenwich, wo wir dann hoffentlich die dumme Tasche abholen können würden.
Gesagt – getan:


(allerdings ist die Fähre leider nicht sooo der Geheimtipp, muss man fairer Weise dazu sagen). Die Stimmung hob sich langsam auch wieder. Im Decathlon angekommen, wollte uns der Typ am Informationstisch zuerst unsere Story, dass wir ohne Bestellnummer, gratis eine Fahrradtasche abholen wollten, nicht so richtig glauben – völlig unverständlich 😂. Die Kommunikation innerhalb von diesen Läden ist echt unterirdisch, aber glücklicherweise fanden wir dann endlichen den richtigen Menschen, der die Info aus dem anderen Decathlon hatte und uns dann auch ganz unkompliziert die Tasche übergab: Halleluja 🙏

Für den Rückweg hatten wir uns noch eine Challenge einfallen lassen: Wettrennen Jule zu Fuß 🏃♀️ gegen Nico nur mit dem Bus 🚍 und ohne Handy: wer würde als erstes wieder am Hotel sein🏅??? Kleiner Spoiler: es war kein Kopf-an-Kopf-Rennen, und vielleicht auch nicht ganz fair: selbst die schnellste Busroute mit Google-Maps für die knapp 12km dauerte 1:10h 😂 jedenfalls verbrachte Jule nach einem schnellen Sightseeing-Run (mit vorgeplanter Route auf der Uhr, das war im Nachhinein eher unfair) fast eine dreiviertel Stunde in der Lobby bis Nico nach einer Sightseeing-Bustour (inklusive 20min Stau) auch im Hotel ankam und wir endlich zusammen einchecken konnten 😅
Die Ereignisse nahmen weiter ihren Lauf: Das Abendessen beim Inder wollten wir mit unserem restlichen Bargeld in Pfund bezahlen: leider kam der Kellner direkt wieder mit unserem gefundenen 50-Pfund-Schein zurück: wurde nicht von Prüfgerät angenommen! 😳 Hatten wir Falschgeld gefunden? Der Typ am Nebentisch meinte, wir können damit zur Bank gehen, dann kriegen wir einen Neuen… aber Falschgeld muss man doch melden, oder? Auserdem hatte eh keine Bank mehr offen. Also, wir zur nächsten Polizeistation gestiefelt. Da war erstmal niemand anzutreffen, bis der Typ, der Geld für seinen in U-Haft sitzenden Kumpel abgeben wollte, endlich jemanden rausklingelte. Die junge Polizistin, war dann erstmal irritiert: ja sieht irgendwie anders aus, aber sie kann jetzt auch nicht genau sagen, ob der echt ist. Und in Schottland gefunden? Das ist nicht relevant für uns hier in London. Wir können ihn wegschmeißen oder bei der Bank testen lassen. – das war ja hilfreich! Am hilfreichsten war die Anmerkung eines weiteren Typen im Warterraum, dass der Schein vermutlich nur alt wäre. Lange Story, am nächsten Morgen konnten wir ihn tatsächlich am Bahnhof beim Money-Exchange in Euros umtauschen und bestätigen lassen, dass er so alt war, dass die Prüfgeräte ihn nicht mehr erkennen. Zum Glück haben wir ihn nicht weggeworfen, wie von der Polizei („dein Freund und Helfer“) vorgeschlagen!
Zurück zum Abend in London: Da uns 15 000 Schritte noch nicht reichten, vervollständigten wir den ereignisreichen Tag mit einer kleinen Erkundungstour durch das abendliche Soho-Viertel mit Piccadilly-Circus und China-Town. Letzter Tag unserer Reise:

Am Bahnhof die Räder auseinandergebaut, in den Taschen verstaut und beim Eurostar-Gepäckservice abgegeben. Durch die Sicherheits- und Passkontrolle wie am Flughafen, konnten wir ohne weitere Zwischenfälle durch den Eurotunnel wieder in die EU einreisen. In Paris die Räder vom Gare de l’Est zum Gare du Nord geschleppt…

…legten wir die letzten Kilometer unserer Reise im guten alten ICE zurück.
So, das war zum Schluss nochmal etwas umfangreicher 😂