Lob den Tag nicht vor dem Abend – oder in unserem Fall: veröffentliche den Blogeintrag nicht vor der Ankunft zuhause.

Als ich den Bericht im Zug geschrieben habe, deutete es sich, wie erwähnt, schon an, dass wir mit guter Verspätung in Karlsruhe ankommen würden, aber sonst hatten wir keine weiteren Vorkommnisse erwartet. Da waren wir aber noch nicht in Frankfurt Hbf angekommen.

Wie gesagt: heute war sowieso schon Bahnchaos. Das bedeutet in Frankfurt Hbf Megachaos, weil alle Züge auf dem gleichen Weg raus wie rein fahren und, wenn da die Verspätungskette anfängt, ist nichts mehr zu retten. Für uns hieß das zunächst: Warten bis wir überhaupt einfahren durften. Dann wurde der Zug gestürmt, von Menschen, die entweder schon ewig auf unseren Zug gewartet haben oder deren Zug ausgefallen ist oder noch mehr Verspätung hat. Auf jeden Fall viel zu viele. Auch in unserem bis dato entspannten Fahrradabteil wurde es eng und wir mussten den Kinderwagen mehrfach umparken und uns irgendwie so positionieren, dass die anderen Fahrräder, Koffer, Taschen und Menschen noch reinpassten. Irgendwann kam dann auch die unvermeidliche Durchsage: wir können nicht weiterfahren, wenn so viele Menschen im Zug sind; es müssen welche aussteigen. Aber wer steigt da aus. Jede*r hat Gründe, warum er oder sie jetzt hier im Zug ist und auch am Ziel ankommen will. Entsprechend zog sich die „Triage“ in die Länge. Unser Wagon leerte sich aber tatsächlich relativ schnell, allerdings kamen immer mal wieder ahnungslose Reisende, die dachte, so voll sieht der Zug gar nicht aus und einstiegen und einen Sitzplatz suchten. Irgendwann kam auch ein älteres, leicht verzweifelt wirkendes Ehepaar vorbei. Denen erklärten wir, dass es weiter hinten auch keine freien Plätze mehr gibt. „Wir suchen keine Plätze, wir suchen unsere Koffer, die wir beim Einsteigen abgestellt haben.“ Ob sie die wieder gefunden haben, haben wir leider nie erfahren.

Carlotta hat währenddessen zum Glück ganz friedlich in der Trage geschlafen und ist erst aufgewacht, als wir Frankfurt verlassen haben und es schön eng in unserem Abteil war. Da hat sie dann aber an alle umstehenden Menschen Lächeln verteilt und die Stimmung bisschen gehoben. Zwischendurch dachten wir, wir machen noch die 2h Verspätung voll, letzten Endes kamen wir aber dann doch mit „nur“ 105min Verspätung in Karlsruhe an. Als wir ausstiegen und gegen die Hitzewand prallte, fanden wir den Umstand etwas länger im klimatisierten ICE gewesen zu sein doch gar nicht mehr so schlimm. Als Sahnehäubchen fiel dann auch noch die nächste 3 zu uns nach Hause aus. Aber, wie schon erwähnt: man sollte immer ready für ein Läufchen sein! Jule hatte zum Glück ihre Laufschuhe an und Carlotta saß eh schon im Babyjogger, also machten die zwei noch ein Abendläufchen nach Hause während dann nur noch Nico mit dem Gepäck auf die nächste Tram warten musste.

Jetzt sind wir wieder zuhause, Carlotta hat richtig viel zu entdecken in unserer Wohnung und wir bereuen, dass wir nicht mehr im kalten Van schlafen.

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2 Kommentare

  1. So, jetzt auch ein Fazit von mir:
    Herrlich eure Blogeinträge, vor Allem euer Humor! Auch wenn nicht immer alles nach Plan läuft, man kann immer das Beste draus machen!!!
    Danke für’s Mitreisen dürfen! :-))

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