Letzter Camper-Tag. Morgen geht es zurück nach Erfurt.
Die Nacht heute war die bisher Kälteste. So kalt, dass uns trotzdem Schlafsack nicht wirklich warm war. Wir waren so eng zusammen gekuschelt, dass sogar noch mindestens eine weitere Person in unserem Bett Platz gehabt hätte 😀

Wir wollten den Tag nutzen, um noch ein bisschen den Harz zu Fuß zu erkunden. Als Menschen aus dem Schwarzwald hatten wir naiv eine 10km-Route durch den Wald geplant, die wir von unserem Campingplatz aus wandern wollten. Zunächst führte uns der Weg über einen kleinen Pfad.

Aber schon kurze Zeit späterm, traf uns die Erkenntnis, dass der Wald im Harz nichts mit dem im Schwarzwald zu tun hat, hart. Und zwar in Form von brütend heißer Sonne. Wie gestern schon erwähnt, hat im Harz der Borkenkäfer gewütet und ganze Landstriche zerstört, und damit meine ich wirklich einen großen Teil des gesamten Gebiets. Naja, und wo keine Bäume sind, da auch kein Schatten.

Die Hänge mit den toten Bäumen waren zwar irgendwie beeindruckend, aber eher bedrückend faszinierend. Hier ist wirklich eine große Naturkatastrophe passiert und irgendwie interessiert sich keiner dafür. Richtig erholen scheint sich der Wald auch nicht, eher wird er von Sträuchern und Dornengebüsch eingenommen. Dass hier auch der Lebensraum von vielen Tieren zerstört wurde, muss ich nicht extra betonen. Wir durften uns die Ausmaße dieser Tragödie heute live anschauen und beschlossen nach dem ersten Stück, dass wir die Route abkürzen. Nicht nur uns war das zu heiß, sondern vorallem Carlotta wollten wir das nicht zumuten. Dafür kamen wir an einem schattigen Pauseplatz vorbei und hatten am Ende trotzdem 7km zurückgelegt.
Trotz des zerstörten Waldes versuchen die Menschen hier aber trotzdem den Tourismus aufrecht zu erhalten. Das Gebiet scheint für Mountainbiker*innen ziemlich cool zu sein, zumindest sind eigene heute Morgen, als wir noch beim Frühstück saßen, schon mit den Rädern aufgebrochen. Außerdem gibt es hier direkt in der Nähe einen Adventure-Berg mit Sommerrodelbahn, Riesenmurmelbahn, Downhilltrails uvm. Und was wir außerdem eine ziemlich schöne Idee finden: es gibt die Harzer Wandernadel. An 222 Orten im Harz kann man sich Stempel in ein Heftchen abholen und für eine bestimmte Anzahl bekommt man jeweils eine Nadeln als Auszeichnung und hat so die Motivation an verschiedene Ort zu wandern oder zu biken. Das könnte man auch mal im Schwarzwald einführen…
Zurück auf dem Campingplatz legten wir eine ausgiebige Carlotta-Spiel-Pause ein und weil uns die Wanderung doch noch nicht gereicht hat und wir heute noch kein Abenteuer hatten, gingen wir zu dritte nachmittags noch auf eine kurze Laufrunde. Auch damit Carlotta nochmal ein Schläfchen macht und weil wir noch zu einem kleinen Aussichtspunkt wollten. 4km, hieß es. Okay, es waren auch 4km. Aber was für welche: Waldweg mit aufgeschüttetem Schotter, Berg-und-Talfahrt, Wiesenwege und zum krönenden Abschluss noch 400m über einen leicht zugewucherten Pfad. Zum Glück ist unser Kinderwagen geländetauglich!
Nachdem Jule und Carlotta schonmal die ersten Sachen eingepackt hatten, gab es zum Abschluss des Tages endlich noch die Instantnudeln, die wir schon die ganze Reise mit uns rumschleppen. Ganz entspannt während Carlotta im Wagen mit am Tisch saß.

Carlotta ist jetzt übrigens komplett wild geworden: sie krabbelt überall hin, wenn sie was Spannendes entdeckt hat, sie versucht überall drüber zu klettern und sich hochzuziehen und Sitzversuche macht sie auch. Sogar, wenn sie abends nochmal aufwacht, krabbelt sie mit Augen zu durch’s Bett bis jemand zu ihr kommt. Wir haben so viel Spaß mit ihr und ihr werdet den auf jeden Fall auch haben!