
Seit unserem Ankommen auf Arran gestern Abend haben wir so viel erlebt, dass das eigentlich gar nicht in 24 Stunden reinpasst.
Ich fang einfach mal von vorne an:
Nach der entspannten Überfahrt haben wir uns auf die Suche nach unserem ersten Wild-Camping-Spot gemacht. Das bescherte uns auch die erste CrossCountry-Fahrt mit den Rädern. Ich kann soviel vorwegnehmen: alle Gepäckträger und Taschen sind noch dran.
Trotzdem war die Fahrt über den holprigen Weg herausfordernd und wie so oft, wollten wir uns nicht mit dem erstbesten Platz zufrieden geben – vielleicht kommt ja noch was besseres?!

Das endete dann natürlich damit, dass wir wieder ein Stück zurück fahren mussten, weil irgendwann natürlich nichts mehr besseres kam. Trotzdem hatten wir ein richtig tolles Plätchen umgeben von einem malerischen Tal direkt an einem Fluss gefunden und dort unser Zelt aufgebaut. So weit so gut. Nico machte sich gerade bereit zum Kochen, da machte Jule die Entdeckung, vor der wir schon so oft gewarnt wurden: Midges! Mini-kleine Mücken, die eine regelrechte Plage in den schottischen Highlands sind, vom ausgeatmtem CO2 angezogen werden und in riesigen Schwärmen auftreten. Aber wir haben uns vorbereitet:

Trotzdem war es ab diesem Zeitpunkt alles andere als gemütlich, deshalb hieß es dann Abendessen im Zelt, nur nochmal schnell raus zum Zähneputzen und dann das Beste hoffen. Was uns am nächsten Morgen erwartete: seht selbst…
Der gemütliche Kaffee in der Morgensonne vor dem Zelt fiel damit natürlich leider aus. Es war wirklich heftig: nach einer Sekunde hatten die Viehcher sich auf den ganzen Körper gesetzt, da half nur: Wegsprinten. Aber wohin? All unsere Sachen waren ja am Zelt! Jule bekam kurz einen Nervenzusammenbruch. Wir beschlossen aber am ursprünglichen Plan, heute eine kleine Wanderung zu unternehmen festzuhalten und das Frühstück auf ein Plätzchen mit hoffentlich weniger Midges zu verschieben. Umgeben von einer riesigen Traube Mücken packten wir also das Nötigste ein und sprinteten los Richtung Berge. Und es war wirklich atemberaubend schön! Steil, matschig und steinig, aber jeder Schritt war das Panorama wert! In den Bildern kommt das immer nicht so wirklich rüber, aber zumindest für einen kleinen Eindruck:



Drei Gipfel haben wir bestiegen, das Meer auf mehreren Seiten der Insel gesehen und tolle Steinformationen bewundert. Das wir beim Abstieg durch matschiges Sumpfgebiet stapfen mussten und unsere Schuhe immer noch nass sind, gehört wie die Tatsache, das bei unseren Pausen meistens nach ein paar Minuten auch die Midges wieder am Start waren, leider auch zur Wahrheit. Trotzden wurde das Mücken- Problem im Laufe des Tages immer kleiner, die Tour dafür immer länger: aus der „kleinen 10km-Tour“ wurde am Ende eine 7h-Tour (Til, ich weiß jetzt, wie du dich als fühlst), an deren Ende aber ein Bad im Eisbach stand – herrlich! Und als wir zurück zum Zeltplatz kamen, waren unsere Hoffnungen erfüllt worden und die Midges waren verschwunden! Wir trauten dem Frieden aber nicht und hatten schon im Laufe des Tages entschieden, die Zelte vorzeitig abzubrechen und einen Platz an der Küste zu suchen, wo hoffentlich etwas mehr Wind (ja, jetzt wollen wir plötzlich wieder Wind😅) dafür sorgen würde, dass die Midges nicht so heftig sind. Als ob wir nicht schon so gut müde waren, bedeutete das: Zelt zusammen bauen, alle Taschen packen, auf die Räder und nochmal 13km Radfahren.


…und bisher haben wir noch keine Midges gesehen. Ob das am Meer, an der Zeltstelle an sich, am großzügig aufgetragenen Mückenspray liegt oder einfach nur Glück ist, können wir nicht sagen, sind aber sehr froh drum und hoffen darauf, morgen nicht wieder in einer Mückenfalle aufzuwachen.
Gesamt-Radkilometer: 505km