Wie gestern schon gespoilert, haben wir heute die Ostsee erreicht und direkt die volle Ladung Strand und Meer mitgenommen.

Aber von vorne: auf eine ruhige Nacht folgte ein entspanntes Heidelbeer-Porrigde-Frühstück und eine pünkliche Abfahrt.
Der Weg führte uns heute wieder durch Wälder und über viele Alleen, an denen teilweise so große Bäume standen, dass sie ein richtiges Dach bilden. Anscheinend sorgen die Bäume am Straßenrand dafür, dass Autofahrende häufig eher langsamer fahren. Das können wir auf jeden Fall bestätigen. Irgendwie will man die Fahrt durch so einen Blättertunnel auch genießen.
Wir kamen auf jeden Fall trotzdem relativ weit, bis Carlotta keine Lust mehr hatte und wir eine Pause auf dem Parkplatz eines Naturparks einlegten. Während Jule und Carlotta eine Kürbisbrei-Party veranstalteten, wollte Nico die Pause für ein kleines Läufchen nutzen, was sich in ein kleines Abenteuer verwandelte. Das erzählt er aber besten selbst:
5,5km das sollte doch zu packen sein ! Dachte ich jedenfalls und bin mit zügigen Tempo rechts von der Straße auf den grünen Feldweg abgebogen. Beflügelt von dem -bisher- glattlaufenden Tag bin ich hoch motiviert immer weiter der Talwiese gefolgt. Ich war begeistert von der Einsamkeit, da wurde ich prompt von einer Simson vor mir überrascht…nunja anscheinend auch ein schleichweg für führerscheinlose Teenager. Nach gefühlt 3km machte ich einen Kontrollblick auf meine Uhr …oh, ich hatte eine Abzweigung verpasst! Nix wie zurück querfeldein direkt zum eigentlichen Weg (wozu hat man schon so eine Uhr). Das Gras wurde höher und der Feldweg verwandelte sich schleichend in keinen Weg mehr sondern Dschungel pur. Ich versuchte die Routenführung zu retten, links am Maisfeld halten, rechts durch einen kleinen Pfad in einen ausgetrockneten Flusslauf ZACK kein Weg mehr weit und breit, nicht einmal ein Trampel oder Wildpfad. Nach kurzer Verzweiflung dann die weise Entscheidung : Kommando zurück ! Zwischen meterhohen Brennesseln, verschiedenen Gräsern, Disteln und Stolperfallen, sammelte ich noch ein paar Zecken ein und war nach 10(!) min wieder auf der altbekannten Wiese. Von hier aus trat ich im gefühlten „Jule“ Pace bei 30 Grad und Gegenwind den Rückweg an. Was ein entspannte Jogging-Pause. Hier das Endergebnis:

Jede*r auf seine Weise ausgepowert machten wir uns auf die zweite Etappe heute. Schließlich wollten wir es ja noch bis ans Meer schaffen! Wir fuhren, wie viele andere auch, auf die Insel Usedom und waren überrascht, dass wir doch noch ziemlich easy einen Platz auf dem Parkplatz am Meer bekamen. Lag vielleicht auch daran, dass einige um die Uhrzeit vermutlich schon gegangen waren.

Um so besser für uns und Carlottas ersten Strandbesuch. Sie wollte natürlich direkt Sand essen, aber beim Händewaschen im Meer war sie richtig begeistert! Mitterweile ist sie eine richtige Wasserratte und liebt Wasser in jeder Form. Wir können auf jeden Fall jetzt alle drei sagen, dass wir in der Ostsee waren 🙂

Ansonsten ist ein Strandbesuch mit einem Baby, das mittlerweile überall hin robben kann und sich alles in den Mund stopft, nicht so super enspannt. Eigentlich ist man nur damit beschäftigt gleichzeitig das Baby vor der Sonne zu schützen, es bei Laune zu halten, zu verhindern, dass es sich eine Ladung Sand in den Mund stopft und dabei selbst möglichst wenig Sand auf die Decke zu schieben. Strand und Meer gehören definitiv zu den Dingen, die man sich deutlich besser vorstellt, als sie tatsächlich sind (ist zumindest Jule’s Meinung). Aber nichtsdestotrotz war es auf jeden Fall das ultimative Strandurlaubsfeeling!

Bis zu unserem Campingplatz stand die letzte kurze Etappe an – heute hatten wir richtiges Roadtrip-Feeling! Die war auf dem Papier eigentlich unspektakulär, führte aber plötzlich über eine Straße, die quasi nur aus Flicken bestand. Das war fast schlimmer als die schottischen Waldwege und auf jeden Fall der Test, ob alles im Van rutschfest verstaut ist.
Jetzt sind wir auf einem Campingplatz gegenüber der Insel Usedom, direkt an einem See (leider inklusive Stechmücken). Hier bleiben wir die nächsten Tage und entspannen bisschen ohne Autofahren – das tut uns sicher allen gut 🙂