Die Nacht war unruhig und das lag nur zu einem Drittel an Carlotta: erst wollte Carlotta einfach gar nicht schlafen, dann startete irgendwo in der Nähe ein Rave mit brutalem Bass, dann fing es an zu regnen und durch’s Dachfenster zu tropfen und als i-Tüpfelchen dachte sich eine Gruppe Jungs, sie geben gefühlt neben unserem Van eine nächtliche Gesangseinlage. Also ja: gibt ruhigere Nächte.
Dafür waren wir heute morgen im Rekordtempo aufbruchbereit und schlenderten nochmal am Schloss vorbei in die Innenstadt.

Wir wollten nämlich noch ein ganz kleines Bisschen „Shoppen“. Gestern hatten wir schon durch die Schaufensterscheiben ein paar süße Läden entdeckt; im Spielwarenladen waren Jule und Nico mehr begeistert als Carlotta, das wird sich wohl in naher Zukunft sicher noch ändern!
Zum Glück haben wir den Touri-Spaziergang gestern schon gemacht. Da war es zwar ziemlich heiß und sonnig, aber heute hatten wir genau das Gegenteil: kühl und Regen (genießen wir aber noch bevor wir wieder in den heißen Süden kommen!).


Mittags ging es dann wieder auf die Straße. Für heute hatten wir kein geplantes Ziel, nur weiter Richtung Süden. Wir dachten uns, wir fahren so lange, wie Carlotta Lust hat. Die dachte sich dann kurzerhand, sie legt einen Ultra-Mittagsschlaf ein, sodass wir immer weiterfahren mussten und sich unser Snack immer weiter nach hinten verschob. Naja, auch okay, haben wir halt während der Fahrt noch den Kuchen vom Lauf in Poel gevespert.

Die Strecke führte uns heute durch das Gebiet von Deutschland, in dem es weder Autobahnen, noch größere Städte noch durchgänges Handynetz sondern hauptsächlich Felder und Wälder gibt. Teilweise stellte sich die Frage: sind wir noch in Deutschland oder schon in der Afrikanischen Savane:


Trotz Landstraßen kamen wir meistens sehr gut vorran. Lag vielleicht auch daran, dass die Straßen eher wenig befahren sind, nur selten mal ein Dörfchen kommt und teilweise schnurgerade durch die Landschaft verlaufen.


Vielleicht auch bisschen zu gut: Nico nahm unglücklicherweise, aber selbst verschuldet, noch das obligatorische Erinnerungsfoto mit.

Irgendwann beschloss Carlotta doch noch aufzuwachen und wir machten uns auf die Suche nach einem Rastplatz. Wer die Schottlandreise verfolgt hat, kennt es schon: das Pause-Platz-Phänomen: man kommt die ganze Zeit an tollen Plätzen vorbei bis man wirklich einen braucht, dann kommt nix mehr. Neben einer alten Sternwarte konnten wir uns dann aber doch noch hinstellen und, da wir ja alles dabei haben, für Carlotta Brei und für uns einen Nachmittagssnack zubereiten. Dann ging es weiter das letzte Stück zu unserem heutigen Campingplatz. Und weil wir festgestellt haben, dass wir schon viel weiter gekommen sind, als geplant und wir noch Tage übrig haben bis wir am Donnerstag auf unserem letzten schon reservierten Campingplatz sein müssen, bleiben wir hier für zwei Nächte. Nach dem langen Autotag tut uns das allen gut. Und Carlotta kann endlich all ihre neuen Fähigkeiten ausprobieren und weiter üben. Es ist so krass, was sie in den letzten Tagen gelernt hat!

Wir haben übrigens tatsächlich relativ oft genutzt, dass wir mit dem Camper flexibel sind. Wir hatten außer dem Campingplatz an der Ostsee, auf dem wir die drei Nächte waren, und dem letzten Campingplatz nichts vorher gebucht und uns nur eine grobe Route überlegt. Mit Baby war das tatsächlich ziemlich praktisch die Tagesetappen nach ihrer Laune zu richten und uns einfach spontan zu entschließen, ob wir noch bleiben oder weiterfahren wollen.

P.S.: falls sich jemand fragt: ja, Jule hat Muskelkarter vom Lauf in Poel 😀

P.P.S.: Nachtrag noch von gestern in Schwerin:

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