Nach dem Kampf gegen Wind und Höhenmeter…

Wegen Tagen wie heute machen wir diesen Trip! Als wir heute morgen aufwachten, erwarteten wir eine 60km Etappe mit drei guten Anstiegen, davon einer relativ lang. Wir stellten uns auf starken Gegenwind und Wildcampen an einem See in einem Waldstück ein. Nico hatte bei diesen Aussichten und kratzendem Hals eher mäßig gute Laune und der graue Morgen mit Nieselregen, der uns draußen empfing, tat sein übriges. Wir strampelten also los. Der/ die aufmerksame Leser*in wird wahrscheinlich wissen, dass wir in den letzten Tagen häufiger Rückenwind hatten. Da sich unsere Reiserichtung nun umkehrte, drehte sich natürlich auch für uns der Wind und der tat heute sein Bestes, um uns vom Rad zu fegen. Insbesondere auf dem 10km langen Anstieg auf eine Hochebene mussten wir nicht nur gegen 6% Steigung sondern auch gegen 60km/h Wind kämpfen, sodass wir in Schrittgeschwindigkeit den Berg hochkrochen.

Das gab uns genügend Zeit, um die atemberaubende Einsamkeit der uns umgebenenden Landschaft zu bewundern.
Und die Abfahrt auf der anderen Seite wurde dann glücklicherweise auch nicht mehr durch Wind abgebremst…

…sodass wir entspannt bis zur wohl verdienten Verpflegungsstelle rollen konnten.

1000km-Brownie

Während wir uns bei leckeren Toasties und Suppe aufwärmten, stolperte Nico auf der Suche nach einem Restaurant über ein Last Minute – Angebot eines Hotels, dass auf unserer Route lag. In der leicht verzweifelten Stimmung, schon wieder bei Regen und Wind draußen campen zu müssen, buchten wir das „Zimmer ohne Fenster“. Die Stimmung hob sich durch die Aussicht auf ein trockenes Bett am Abend merklich. Der letzte Berg des Tages schloss sich direkt an die Pause an (warum hatten wir schon wieder direkt vor dem Anstieg gegessen?!?). Wir krochen mit vollen Bäuchen die Höhenmeter hoch, als uns plötzlich ein bunter Van entgegen kam und Nico fast vom Rad fiel: der Van gehörte zu einer YouTube-Gruppe, die verrückte Sprünge macht und der Nico folgt (https://youtube.com/@freerunningschlappen?si=hEVXYh2aYtJ9jNiM). Vermutlich werden wir demnächst von ihnen waghalsige Sprünge von schottischen Brücken sehen. Und der Tag wurde immer besser 😂 Als dann auch noch der Wind nachlies…

…und die Route über eine Straße sich als toller Radweg entpuppte..

…stieg das Stimmungsbarometer immer weiter. Auch der letzte Teil der Etappe hielt Überraschungen für uns bereit:

Toll angelegter Radweg durch ein Naturpark 🥰

Der Höhepunkt wartete aber noch: als wir den Ort, in dem sich unser Hotel befinden sollte, erreichten, schienen wir in einer Abenteuerwelt anzukommen: Klettergarten, Sportcenter, Ponyreiten, Canoeing, Dinoland, Lasertag, Funhouse (wir wissen nicht genau, was dort passiert), Skischule (momentan geschlossen), Mountainbike-Parkour und alles, was man sich sonst noch vorstellen kann. Und mittendrin das 4-Sterne-Hotel, wo wir heute übernachten sollten. Beim Einchecken, wurden wir dann auch noch von der netten Rezeptionistin von unserem fensterlosen Zimmer…

…auf ein Familienzimmer geupgradet…

…damit wir endlich mal nicht nur 50cm Isomatte sondern jeder ein ganzes Doppelbett zum Schlafen hat 🤣 Dieser Tag entpuppte sich in so ziemlich jedem Punkt als Überraschung und kam perfekt als Geburtstagsgeschenk für Nico, den morgen früh ein Geburtstagsfrühstück am Buffett statt Porridge vom Campingkocher erwartet 😊(Geburtstagsnachrichten bitte über mich, da Nico’s Handy leider nicht mehr wiederbelebt werden konnte).

Gesamt-Radkilometer: 1026km

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