
Der Tag fing an, wie der vorherige aufgehört hat: Essen im Zelt. Die Midges waren heute morgen besonders aufgebracht, nachdem provokant direkt an unserem Zeltplatz (dieses Mal auf einem richtigen Campingplatz) der hüfthohe Farn gemäht wurde. Wir wussten allerdings auch nicht genau, ob wir den Platz um 10, um 11 oder um 11:30 Uhr verlassen sollten (für jede Check-Out-Zeit gab’s irgendwo ein Zettel) – wir entschieden uns für die späteste Zeit 🤣

Trotz der überschaubaren Kilometer hatte Reiseleiter Nico ein Zwischenstopp für Fish&Chips in Fort Augustus eingeplant. Der Ort gehört zu einer der wenigen Touri-Orte, die auf unserer Route liegen. Dort kommen wir uns jedes Mal, wie in einer anderen Welt vor: wir fahren Kilometer weit, ohne jemanden zu treffen und urplötzlich sind da ganz viele Menschen auf einem Fleck, laufen kreuz und quer auf den Wegen rum, machen Fotos und stürmen die Supermärkte (und kaufen uns den Feta weg 😂). An diesem Ort kurz vor der heutigen Bergetappe wollten wir uns also noch was Leckeres gönnen. Aber Nico hätte nicht den Job der Reiseleitung, wenn er nicht auch hier ein kleines Restaurant gefunden hätte, das ein kleines bisschen abseits der Touristenströme lag und somit wenig besucht war – zumindes zum Zeitpunkt, als wir ankamen. Denn als wir gerade die letzten Pommes verdrückten, fuhr plötzlich ein 40er-Reisebus vor und flutete das Restaurant mit Holländern und Holländerinnen – wir fühlten uns wie in einem Dejavu an den Midges-Überfall vom Morgen 🤣 – den Brownie zum Nachtisch liesen wir da besser ausfallen. Die anschließende Bergetappe war härter und steiler als gedacht – ob der Zeitpunkt der Verpflegungsstelle am Fuss des Berges so sinnvoll gewählt worden war, lassen wir jetzt mal dahingestellt.

Heute kamen wir dann tatsächlich mal bisschen früher auf dem Campingplatz dirket am Loch Ness an, sodass wir sogar noch Zeit für einen Spaziergang zum nahegelegenen Wasserfall hatten.

Zum Abschluss des Tages verbrachten wir das Abendessen (dieses Mal hatten wir richtig Glück, denn es gab einen Gemeinschaftsraum, der vor dem Dauerregen und der Midgesplage schützte!) in Gesellschaft eines Bikepackers aus Nordengland und eines Ehepaares aus den USA, die ebenfalls mit den Rädern unterwegs sind und scheinbar schon alle möglichen Orte mit dem Rad befahren haben. Da treffen wir zwei Wochen lang gar keine Bikepacker und dann direkt solche Originale 😂
Gesamt-Radkilometer: 920km